Der Wimpelkrieg

Derweil hatten es die begnadeten Turmbauer Phöny und Wosky geschafft, im Turmbau die kleinen Gruppen aus Eberstadt, Reinheim und Bensheim zu vereinen. Unter gemeinsamen Anstrengungen gelang das sensationeller Projekt, gleichzeitig die praktische Geburtsstunde des Regiozentrums. Zum großen Ärger der Marienhöhe war nämlich unser Turm nämlich einige Meter höher als ihr eigener, was einen größeren Affront darstellte.

Der Konflikt spitze sich zu als Phöny und Wosky uns in die Kunst des Wimpelklauens einweihten. Der Ex-Zenti Harald, daher ein Erzfeind der Marienhöher, ließ es sich natürlich nicht nehmen, mit ausgewählten Kriegern in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Marienhöhe zu überfallen, die nicht vorhandene Nachtwache zu überrumpeln und zu liquidieren, ihr Lager widerstandslos aufzureiben, die Mehrzahl der Wimpel ausfindig zu machen und das wertvolle Beutegut nach Bensheim zu verfrachten. Während anscheinend die komplette Marienhöhe schlief, wurden ihre Wimpel feierlich auf unserem Regiofahnenmast gehisst.

Als aber die Mareinhöher morgens aufwachten und begriffen was des nachts vorgefallen war, war klar, dass unsere Aktion, die einer offenen Kriegserklärung glich, zur Mobilisierung der Marienhöher Truppen führte. Noch am selben Abend erfolgte der erfolglose Gegenangriff. Unsere wachsame Nachtwache hatte die Wimpel erfolgreich verteidigt. Den Marienhöher Militärs wurde schnell bewusst, dass der Krieg so nicht zu gewinnen war. Eine  List musste her.

Als das gesamte Regiozentrum am Samstagmorgen im Großzelt war, um den Gottesdienst mitzuverfolgen, fand der Marienhöher Überraschungsangriff statt. Das allerdings stellte einen schweren Verstoß gegen die Wimpelkriegsordnung dar, die nämlich streng untersagt, während Zeltveranstaltungen feindselige Handlungen jeglicher Art durchzuführen.

Lediglich Chief Harald war in unserem Lager zurückgeblieben, da er Zeltveranstaltungen sowieso nicht mochte. Der Marienhöher Übermacht stemmte er sich heldenmütig entgegen. Während des Kampfes soll er einem Marienhöher einen Zahn ausgeschlagen haben. Dies wurde aber von offizieller Seite nie bestätigt und gilt noch heute nur als Gerücht. Das Resultat dieses rechtswidrigen und feigen Angriffs war, dass die Marienhöher alle Wimpel zurückeroberten. Zudem schnitten sie, was unter Pfadfindern als absolut schändlicher Akt betrachtet wird und ein Tabu ist, unsere Fahnenmastschnur durch. Somit baumelten unsere Wimpel in etwa 10 Meter Höhe, konnten aber von unten nicht bewegt werden.

In einer gewagten und beherzten Heldentat kletterte Phöny auf den Fahnenmast und holte alle Wimpel herunter. Mangels Zeit, denn es war ja schon Samstagnachmittag, musste der ultimative Gegenangriff auf das nächste Frola vertagt werden.